Unsere Geschichte

Auszüge aus der Chronik der Gemeinde Villingendorf
1892

Ende der Flößerei im Lichtgraben.

1896

Einstellung der Gänseweide und Beginn der Errichtung einer Fischzuchtanstalt des Kommerzienrat

Max von Duttenhofer aus Rottweil.

1897

Erwerb und Fertigstellung der Fischzuchtanstalt mit 28 Teichen auf einer Gesamtfläche von 29 ar, Wald und Ödland, samt der Quelle ohne Vorkaufsrecht der Gemeinde im Lichtgraben und das Wasserrecht des angrenzenden Neckars für 200RM.  Die erworbene Fläche erstreckte sich von Talhauser bis Rottweiler Gemarkung. Der Verkauf des Geländes an

von Duttenhofer scheint unter Druck erfolgt zu sein, denn es wurde sogar mit Drohung gearbeitet, sämtliche Arbeiter der hiesigen Gemeinde aus dem Werk zu entlassen, wenn dieses Gelände ihm nicht überlassen würde.

1899

Errichtung einer Fischbruthütte an der Mohrenhalde, eines Schobers als Unterstand für Tiere, eines Eishauses im

Lichtgraben in der Nähe des Neckars und eines Schuppens, in dessen Anbau sich eine Küche befand.

1903

Verkauf der Fischzuchtanlage und der erworbenen Flächen an Fischereipächter Mehl aus Rottweil. Der Bitte der Gemeinde um Rückgabe der Fläche von 29ar für 500RM an der Quelle wurde nicht entsprochen, vielmehr bot von Duttenhofer die ganze Anlage für 15.000RM der Gemeinde zum Kauf an. Dies wurde schließlich von der Gemeinde abgelehnt.

1916

Verkauf der Fischzuchtanlage an die Köln-Rottweil AG trotz des andauernden Rechtsstreits mit der Gemeinde,

der sich aufgrund des Ersten Weltkrieges hinauszögerte.

1919

Beendigung des Rechtsstreits und Fallenlassen des Einspruchs der Gemeinde auf das Vorkaufsrecht der Quelle, da die Köln-Rottweil AG die Fischzucht weiter betreiben wollte.

1930-32

Durch milde und fast schneelose Winter der Jahre 1930/32 und trockene Sommer 1930/33 verschlechterte sich das Quellwasser und wurde für die Forellenzucht unbrauchbar, so dass der Betrieb immer mehr eingeschränkt wurde.

Im Januar 1932 bot die Köln-Rottweil AG die Fischzuchtanstalt der Gemeinde zum Kauf an. Diese lehnte jedoch ab.

1933

Stilllegung der Fischzucht durch die Köln-Rottweil AG.

1934

Der Fischzüchter Merkt und Inhaber der Rottweiler Kunstseide AG pachtete die Anlage und benutzte sie zur Aufzucht von Fischbrut.

1939-1945

Stillstand der Anlage während des Zweiten Weltkrieges.

1949

Erwerb der Fischzuchtanlage durch Willi Merkt, nach dem Tod seines Vaters dem Inhaber der Rottweiler Kunstseide AG. Arbeitskolonnen säuberten die Teiche, rodeten das Gelände, erstellten ein Behelfsheim und setzten Gebäude wieder notdürftig instand. Für die Betreuung der noch 22 vorhandenen Teiche wurde Marzel Dinies eingestellt.

Für die Zukunft war geplant, die ganze Anlage zu renovieren und ein Wohn- und Betriebsgebäude zu erstellen. 

Die Forellenzucht blühte wieder auf. Die Anlage machte einen sauberen und gepflegten Eindruck und war Ziel für viele Wanderer.

1951

Verkauf des Geländes der Fischzuchtanstalt samt Fischbruthaus, Schober und Halterhalle von Willi Merkt für 11.500DM

an die Gemeinde. Dies wurde durch das I.G. Farben Werk Rottweil unterstützt. Der Auslöser dafür war zum einen die unzureichende Wasserversorgung durch die Eschachwasserversorgungsgruppe und zum anderen eine Trinkwasserreserve sicherzustellen. Die Pacht wurde Willi Merkt für die unteren 5 Teiche für jährlich 100DM auf sechs Jahre verlängert.

1955

Abbruch der Halterhalle und des Bruthauses durch Eduard Müller und Hans Glatz.

Die Gebäudewände zum Lichtgraben und die Fußböden in der Höhe des Baches wurden belassen.

1957

Das Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern gewährte dem Eigentümer des Schloss- und Hofguts Hohenstein, Graf Cajetan von Bissingen und Nippenburg das Recht zum Unterhalt einer Beregnungs- und Vergüllungsanlage seines 64 ha großen Hofes. In der Zeit zwischen April und September war es ihm gestattet, aus der stärksten im Lichtgraben entspringenden Quelle am Abfluss aus den Fischteichen und aus dem Lichtgrabenbach bis zu 7 l/s Wasser zu entnehmen. Als Entschädigung erhielt die Gemeinde 2.000DM.

1958

Merkt klagte über eine geringe Rentabilität seiner Fischzucht. Von den in diesem Frühjahr eingesetzten

220.000 Stück Forellenbrut konnten im Herbst lediglich 14.000 Stück Setzlinge abgefischt werden. Die oberen

4 kleinen Teiche waren von einem schwarzen Schlamm belegt, der den für Forellen unerlässlichen Sauerstoff  im Wasser entzog. Merkt vermutete einen Zusammenhang mit der neu erstellten Kläranlage. Nach einem Pachtnachlass von 50% versuchte Merkt, in dem sauerstoffarmen Wasser 80% Karpfen und 20% Forellen einzusetzen. Da der Betreuer der Anlage, Marzel Dinies, die Mitarbeit nicht mehr weiterführte, kündigte Merkt den Pachtvertrag

am 8. Februar 1959.

 

1959

Die Anlage verwaiste.

1963

Übernahme der Anlage durch die hiesigen Sportfischer Hermann Mattes, Siegfried Lamparter, Heinz Gaiselmann, Alfons Flaig und Bruno Schanz, welche sie unter Mithilfe des Bauunternehmers Hermann Mattes instand setzten.

1967

Verpachtung der Weiher an die Sportanglergruppe für jährlich 100 DM Pacht auf fünf Jahre und ab 1972 auf drei.

1969

Erwerb der auf Rottweiler Gemarkung liegenden Fischweiher, samt Böschung von 9ar und die anschließende Kohlwiesele von 33 ar für 2.600DM, von der Deutschen Rhodiaceta Aktiengesellschaft in Freiburg.

1972

Gründung einer Sportangelgruppe mit erstem Vorstand Pfarrer Nikolaus Burger. Der Gemeinderat billigte ihnen eine Pacht von 12 Jahren und den Umbau von drei kleinen undichten Weihern, zu einem großen Weiher.

1975 

Beschluss des Gemeinderates, im Rahmen der Flurbereinigung das  Lichtgrabengebiet mit Kosten über 300.000 DM 

zu sanieren und in ein "Erholungsgebiet" umzugestalten. Die früher betriebenen Fischteiche waren zum größten Teil zerfallen, verschlammt und nicht mehr betriebsfähig. Im unteren Teil der Gesamtanlage und entlang des Neckars wurden noch drei Teiche durch den Fischerverein genutzt und unterhalten. Die Zufahrten und Zugänge zum Taleinschnitt befanden sich in einem verwahrlosten Zustand. Der gesamte Bewuchs im Lichtgrabengebiet war stark verwildert und bedurfte dringend einer Auslichtung. Die vorhandenen Weiher zwischen dem Neckar und Weg zur Neckarburg wurden saniert und der Damm zum Neckar erhöht und verstärkt und die fünf Teiche oberhalb des Weges umgestaltet. Die alten Teiche 1 und 2 wurden zu einem Fischweiher, die Teiche 3 und 4 zu einem größeren Weiher zusammengefasst und Teich 5 zusammen mit einem Teil des anschließenden Waldes zu einer größeren Erholungsfläche einplaniert. Auch Wege wurden geschaffen, so zu den höher gelegenen Flächen und Weihern und zum oberen Fischweiher mit einer neuen Brücke, ebenso neue Fußwege beiderseits des Baches.

Der Lichtgrabenbach wurde mit naturverbundenen Abstürzen angeglichen und das gefasste Quellwasser

durch flache Wasserbecken den neuen Teichen zugeleitet.

2007

Eintragung ins Vereinsregister des Sportangelvereins Villingendorf e.V.

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